Kategorie: Landschaftsfotografie

Fotospaziergang bei Sonnenaufgang

Nachdem ich gestern Abend nach langer Zeit mal wieder mein Fahrrad auf Vordermann gebracht hatte, kam ich auf die glorreiche Idee, am frühen Ostersonntag mit Kamera und Stativ zur Lesum zu fahren. Die Lesum im Bremer Norden ist ein kleiner Nebenfluss der Weser, nicht weit von unserer Haustür entfernt. Somit hieß es nun Wecker stellen und noch ein paar Stunden schlafen.

Pünktlich um 5:19 Uhr (Warum auch immer ich diese Uhrzeit eingestellt habe) tutete nun das blöde Teil und ich verfluchte schon wieder den Moment, in dem ich gestern auf diese bescheuerte Idee kam. Und dabei hatte ich mich perfekt vorbereitet. Im Netz habe ich mich gestern noch schlau gemacht, um zu wissen, wann die Sonne heute aufgeht. Wenn man während des Sonnenauf- oder -untergangs fotografieren möchte, ist es immer ganz gut, wenn man die Zeit gut im Auge hat. Die Lichtstimmung wechselt in dieser Phase des Tages verdammt schnell und kann somit entscheidend dafür sein, wir ein rundum gelungenes Motiv festhalten können.

Ich packte als meine EOS 6D* ein, warf mir die Stativ-Tasche über die Schulter und düste runter ans Wasser. Gott sei Dank hatte ich noch schnell meine Handschuhe angezogen. Bei dem Nebel frisst sich die Kälte in jede Pore. Unter meinen Füßen knirrschte der Frost.

Zunächst fuhr ich zum Lesum-Sperrwerk. Dabei entstand auch gleich die erste Panorama-Aufnahme.

5 Lesum Pano- Fotograf Dennis Hayungs Panorama

Meine Fingerkuppen fröstelten vor sich hin. Und auch die Zehen machten sich langsam bemerkbar, hatte ich doch glatt nur Sneakers angezogen. Aber was tut man nicht alles, wenn man auf der Suche nach Foto-Motiven ist, die man tagsüber so in der Gestalt nicht zu Gesicht bekommt.

Auf der anderen Seite der Lesum, im Werderland, gings dann weiter. Der Nebel hing träge über dem Wasser und versperrte auch zu Land die Sicht auf den Radweg, der sich auf dem Deich die Lesum entlangschlängelt. An den Ankerplätzen schlummerten Yachten und kleine Motorboote vor sich hin. Ob sich die Gruppe Deichkind nach dem Boot benannte, dass dort auf seinen Einsatz wartete, ist nicht bekannt.

1 Lesum Pano2- Fotograf Dennis Hayungs

 

Mit der Zeit wurde die Kälte trotz aufgehender Sonne immer unerträglicher. Die Zehenspitzen wurden langsam taub und sehnten sich nach dem warmen Zuhause. Ich malte mir in Gedanken schon aus, wie ich gleich einen warmen duftenden Caro-Kaffee schlürfen würde. Doch ein paar Fotos sollten unbedingt noch gemacht werden. Um mich herum erwachten so langsam auch die Vögel aus ihrem Schlaf. Einen Eindruck davon bekommt Ihr hier:

 

1 Lesum Final - Fotograf Dennis Hayungs

Nach zwei Stunden war die Fototour endlich vorbei. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und ich trinke jetzt erst einmal meinen Caro-Kaffee und lasse die Füße auftauen. Merke: Zieht Euch bei morgendlichen Fotoausflügen ordnetliches Schuhwerk an!

Reisebericht Toskana mit Fotos und Tonaufnahmen

Fotograf Bremen - Landschaftsfoto Toskana am Morgen

Zwei Wochen nach meiner Hochzeit flog ich mit Kind und Kegel nach Italien. Das war zwar nicht unsere eigene Hochzeitsreise, aber mit dem Heiraten hatte es auch zu tun. Wir wurden zur Goldenen Hochzeit der Großeltern meiner Frau (gibt es den Begriff Schwiegergroßeltern?) eingeladen. Ein ganze Woche Toskana. Neben den familiären Feierlichkeiten haben wir uns – mal zusammen, mal jeder für sich allein – auf fotografische und akustische (siehe bzw. höre weiter unten) Entdeckungstour begeben.

1. Tag – Meine ersten Toskana-Fotos

Los gings am 14.6. . 3:30 Uhr aufstehen, Fahrt zum Flughafen, 7:40 Uhr Ankunft in Pisa. Nach einigem Hin und Her bei der Autovermietung hat es dann irgendwann auch mit einem fahrbaren Untersatz geklappt. Dann ging die eigentliche Reise erst richtig los.

Nach einer knapp 2 stündigen Fahrt auf holprigen Pisten und auf von Mittelmeerzypressen gesäumten Alleen kamen wir auf einem Landsitz im Toskanischen Hinterland an. Ich streifte durch die Gegend und hielt erste Eindrücke fest.

1 Toskana Fotograf Dennis Hayungs 15 Toskana Fotograf Dennis Hayungs 60 Toskana Fotograf Dennis Hayungs  58 Toskana Fotograf Dennis Hayungs 7 Toskana Fotograf Dennis Hayungs

[nextpage title=“2. Tag Toskanisches Bergland“]Am nächsten Tag kletterte ich mit dem Wagen hoch auf einen Berg, auf dem sich ein Gehöft namens Belvedere befindet. Und der Name (bel vedere italienisch für „schöne Aussicht“) traf wirklich zu. Von hier aus konnte ich über all die Olivenhaine und Wienhänge hinab ins Tal blicken. Leider drängelten sich dabei Strommasten ins Bild. Viel interessanter fand ich aber die Gebäude auf diesem Berg. Ein kleiner Innenhof, umgeben von mehreren Häusern, die sich mit geschlossenen Holzfensterläden vor den Blicken Neugieriger schützten. Erstaunlich, wie hier oben – so abgelegen – Leben entstehen konnte.

61 Toskana Fotograf Dennis Hayungs

Anschließend fuhr ich auf schlangenartig verlaufenden Straßen an der vom Meer abgewandten Seite eines Bergkamms nach Sassetta. Dieser Ort scheint eine direkt in den Fels gebaute Stadt zu sein. So sehr schmiegen sich die Gebäude an den Berg.

4 Toskana Fotograf Dennis Hayungs

[nextpage title=“3. Tag – Massa Marittima“]Am Tag darauf ging es wieder in die Berge. Ziel war diesmal Massa Marittima. Dabei fuhren wir wieder über herrlich rumpelige „Straßen“. Das Schöne an diesen Wegen ist, dass man dabei gar nicht zu schnell fahren kann und somit zwischendurch auch mal einen Blick auf die Landschaft werfen kann. In Massa Marittima angekommen, wurden unsere Sinne gleich mit kräftigem Fliederduft und Vogelgezwitscher umgarnt. Leider war der Wehrturm, der einen weiten Ausblick über die Toskanische Landschaft versprach, geschlossen. Jedoch fand ich eine Stelle, wo man schön herunterblicken konnte. Auf der Rückfahrt überraschte uns ein heftiges Unwetter. Die Schlaglöcher, die unseren Hinweg zierten, war jetzt nicht mehr zu sehen.

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[nextpage title=“4. Tag – Fotoausflug nach Elba“]
Bei mir stehen ja Inseln stets hoch im Kurs. Inseln stehen für mich immer für Abgelegenheit, Unberührtheit, Entschleunigung. So war das ja auch bereits bei den Färöern, und der Isle of Wight. Daher stand natürlich auch der Toskanische Archipel auf der „zu fotografieren“-Liste. Und zu allererst drängt sich dabei Elba auf. Elba ist leider extrem touristisch geprägt. Ruhe gabs hier keine. Nichtdestotrotz ist die Insel fotografisch sehr attraktiv. Entlang der serpentinenartigen Straßen gibt es immer wieder Haltebuchten, die wir dafür nutzten, um den fantastischen Ausblick in Fotos festzuhalten. Der Westteil der Insel ist vom Monte Capanne geprägt. Nördlich dieses Bergs ist die Vegetation wesentlich üppiger als auf der Südseite. Letztere zeigte sich mit einigen Kakteenblüten von ihrer farbenfrohen Seite.

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[nextpage title=“5. Tag – Und noch eine Insel – Capraia“]Mein persönliches Highlight war dann eine viel kleinere toskanische Insel: Capraia. Capraia ist ein Eiland, das man über eine 3 Stunden dauernde Fährfahrt von Livorno aus erreicht. So hieß es am fünften Tag: „Wecker stellen und früh aufstehen“.

Laut meinen Informationen sollte die Fähre um 8 Uhr ablegen. Das bedeutete, dass ich um 6 Uhr losdüsen musste, um diese Fähre nicht zu verpassen (Diese legt nämlich nur einmal am Tag ab). Über einige Umwege kam ich erst um 7:45 Uhr Ankunft in Livorno.

Das Auto habe ich am erstbesten Parkplatz in Hafennähe abgestellt. Zumindest dachte ich das. Die „Hafennähe“ entpuppte sich als schweißtreibender 2-Kilometer-Sprint. Mit Kameratasche und Panoramaequipment in der Hand rannte ich durch die Industriestraßen, um irgendwo diese verdammte Fähre zu finden. Das Shirt klebte auf der Haut. Die linke Ferse war blutig. Das Fährbüro war noch geschlossen. Ich fragte mich bei diversen Hafenarbeitern durch. Niemand konnte mir genau sagen, wo dieses blöde Schiff losfährt. Um kurz nach acht gab ich auf. Ich war einfach nur platt. Die Fähre muss schon längst in See gestochen sein. Ich war niedergeschlagen, ging zurück und entwarf lustlos alternative Reisepläne für den Tag. Dann ein letzter Versuch. Ich checkte noch mal DirectFerries via Smartphone, um nach anderen Fährverbindungen zu suchen. Dann die Überraschung: Die Fähre nach Capraia legte erst um 8:30 Uhr ab.

Also, letzte Chance. Noch 5 Minuten. Und immer noch kein Ticket. Noch einmal ein letzter Spurt. Ganz am Ende des Hafens entdeckte ich die kleine Fähre, die sich hinter all den Ozeanriesen versteckte. Die Rampe ging gerade hoch, ein kurzer Sprung über die Absperrung und es war geschafft. Ticket durfte ich ausnahmsweise an Bord kaufen. Dann gings aufs Sonnendeck. Herrlich, diese Strapazen haben sich gelohnt. gegen 11:30 Uhr Ankunft im Hafen von Capraia. Viele Menschen warteten dort bereits auf unsere Ankunft.

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Dieser Hafenort nennt sich ganz einfach zweckmäßig Porto. Dort gibt es Zapfsäulen, eine Apotheke, Café und ein paar Kleinkram-Läden.

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Schnell suchte ich die örtliche Apotheke, um zum Inselpreis von 13 EUR Fersenpflaster zu kaufen. Somit war ich gerüstet für die anstehende Wanderung über die Insel. Vom „Porto“ wanderte ich hoch in den auf einem Berg gelegenen Hauptort Capraia Isola. Dort schlich ich durch das zu dieser Tageszeit leergefegte Labyrinth aus bunten Gassen. Einzig auf dem Piazza Milano spielten die Kinder neben der Kirche im Schatten der Bäume.

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Ich deckte mich kurz noch vor dem mittäglichen – in Italien üblichen – Ladenschluss mit Proviant ein. Dann brach ich zur eigentlichen Fototour in das Innere des Eilands auf. Dabei entstand auch die folgende Ton-Aufnahme:

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Capraia war von 1873 bis 1986 Strafkolonie. Der Klosterkomplex San Anton wurde während dieser Zeit von der Gefängnisleitung genutzt. Nachdem die Strafkolonie aufgelöst wurde, wurde das Gelände dem Verfall überlassen. Eine wirklich gespenstische Atmosphäre.

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Zum Schluss hab ich schnell noch ein paar Leucht- bzw. Wehrtürme fotografiert und dann ging es um 17 Uhr bei langsam untergehender Sonne wieder mit der Fähre in Richtung Festland.
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[nextpage title=“Die letzten Tage – Toskana am Morgen“]Die folgende Tage fuhr ich noch ein wenig durch die Gegend, um ein paar feine Motive einzufangen. So bin ich den einen Morgen um 5 Uhr Richtung Küste aufgebrochen. Dabei sind diese Bilder entstanden.

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Irgendwann war dann die Woche leider vorbei. Da ich sonst eher in Mittel- und Nordeuropa zu Hause bin, war dieser Ausflug nach Italien auf jeden Fall eine tolle neue Erfahrung.

Während der Reise entstanden zudem ein paar Panoramaaufnahmen (auch 360-Grad). Diese habe ich bereits fertig gebaut. Jedoch versuche ich gerade eine vernünftige Präsentationsform dafür zu finden, so dass Ihr diese Bilder auch auf verschiedenen Geräten genießen könnt. Seid gespannt!

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Leuchttürme an der Weser

Als Berliner kommt man mit Schifffahrt und Meer grundsätzlich nur schwer in Berührung. Vor knapp einem Jahr bin ich (über den zwischenzeitlichen Umweg Hannover) im beschaulichen Lemwerder in der noch beschaulicheren Wesermarsch gelandet. Hier tanzen die Schafe auf dem Deich herum, dichter Nebel hüllt die Landschaft in ein graues Nichts, bei Wind und Wetter schippert die Fähre tapfer vom Bremer zum Niedersächsischen Ufer und wieder zurück und in den großen Werften werkeln Tag und Nacht fleißige Hände an den neuesten Mega-Luxus-Yachten herum. Und es gibt hier Leuchttürme. Ja, genau! Leuchttürme. Als Kind der Hauptstadt ist das wirklich etwas Besonderes. Denn wo Leuchttürme sind, kann doch das große Meer nicht allzu weit weg sein. Ab und an renne ich nun mit der Kamera am Wasser entlang und fotografiere Leuchttürme. Bis hoch zum Harriersand, einer der längsten Flussinseln Europas, hab ich es bereits geschafft. Aber so ganz gezielt bin ich noch nicht vorgegangen. Irgendwie standen diese Dinger bei meinen Fototouren immer im Weg und drängten sich vehement aufs Bild. Und als ich heute in meinem Fotoarchiv herumwühlte fiel mir auf, dass sich da diverse Leuchtturm-Bilder (und ein Radarturm-Bild) reingeschlichen haben. Vielleicht ist das jetzt der Beginn einer kleinen Fotoserie.

 

Färöer-Kalender 2014 veröffentlicht

Das Jahr neigt sich ja so langsam aber sicher dem Ende entgegen. Passend dazu gibt es seit heute meinen Kalender Färöer 2014 – Perlen im Nordatlantik zu kaufen. Ihr sucht noch nach einer Verzierung für die Küche oder die Wand im Büro? Ihr wollt euren Schreibtisch mit Bildern der Inseln schmücken? Dann ist dieser Kalender genau das Richtige für euch.

Ich habe 12 schöne Motive ausgewählt, von denen einige auch in meinem demnächst veröffentlichten Bildband erscheinen. So begleiten euch meine Impressionen der Färöer durch das ganze Jahr. Los geht es im Januar mit verschneiten Hängen und danach folgt jeden Monat ein stilvolles Motiv. Ihr könnt zwischen Wand- oder Tischkalender und vier verschiedenen Formaten wählen.

Einen kleinen Vorgeschmack bekommt ihr auf der Galerieseite. Dort findet ihr auch die Links zu den angeschlossenen Online-Buchhandlungen (Amazon, buch24.de usw.).

Zusätzlich zu den Online-Shops könnt ihr den Kalender natürlich auch in der Buchhandlung eures Vertrauens bestellen. Dieser Kalender lässt sich auch gut verschenken: z. B. in der Weihnachtszeit an Freunde oder Verwandte, die gerne in den Urlaub nach Skandinavien (Norwegen, Dänemark, Finnland, Norwegen) oder nach Island fahren. Aber auch Freunde etwas ausgefallener Reiseziele wie Spitzbergen oder Grönland kommen sicherlich auf ihre Kosten.

faeroeer-kalender-2014