Foto-Tipp: Schärfentiefe kurz erklärt

Halbzeit beim täglichen Öffnen des Adventskalender. Nach einigen Geschenktipps gibt es heute nützliches fotografisches Wissen – erklärt mit weihnachtlichen Bildern.

Schärfentiefe oder Tiefenschärfe?

Häufig kommt folgende Frage: „Wie heißt es denn nun richtig? Schärfentiefe?  Schiefentärfe? ääääähh …. Tiefenschärfe?“

Die Antwort darauf ist eindeutig: Schärfentiefe. Es geht um die Tiefe der Schärfe (und nicht um die Schärfe der Tiefe). Sie soll angeben, in welchem Ausmaß sich die Schärfe durch das Bild erstreckt. Eine geringe Schärfentiefe bedeutet, dass innerhalb des Bildes ein relativ kleiner Bereich scharf ist. Eine hohe Schärfentiefe widerum bedeutet, dass innerhalb des Bilder ein relativ großer Bereich scharf ist.

Schärfentiefe – Beispielbilder

Um das mal zu veranschaulichen habe ich mir soeben zwei herumstehende Elche geschnappt und diese dekorativ hinter einem Adventskranz aufgestellt (ja, ich weiß, das mag motivisch nicht der Knüller sein, aber ich hoffe, ihr verspührt dabei trotz alledem ein gewisses weihnachtliches Ambiente).

Schärfentiefe Dennis Lakomczyk (2)

Geringe Schärfentiefe: Die beiden lustigen Elche im Hintergrund sind nur verschwommen dargestellt.

Schärfentiefe Dennis Lakomczyk (1)

Mittlere Schärfentiefe: Diesmal ist bereits ein größerer Bereich des Bildes scharf. Sogar der vordere Elch ist zu erkennen.

Schärfentiefe Dennis Lakomczyk (3)

Hohe Schärfentiefe: Hier sehen wir jetzt einen relativ großen Teil des Bildes scharf. Der zweite Elch ist nun auch etwas besser zu erkennen und das CD-Regal ganz hinten an der Wand ist nun bereits etwas mehr angedeutet.

Aber wie ist es zu diesen verschiedenen Darstellungen gekommen?

Schärfentiefe über die Blende regeln

Das ließ sich ziemlich einfach über das Blende der Kamera regeln. Beim ersten Bild wählte ich eine große (offene) Blende. Diese Blende hatte den Wert f2. Bei dieser offenen Blende ist wirklich nur das unmittelbare Umfeld des fokussierten Bereichs scharf. Der Rest des Bildes verschwimmt in Unschärfe.

Beim zweiten Bild wollte ich etwas mehr Schärfentiefe gewinnen und verkleinerte die Blendenöffnung. Die Blende hatte nun den Wert f8. Da die Blende verkleinert wurde, gelangte weniger Licht auf den Sensor, also musste ich die ISO-Werte (Lichtempfindlichkeit) etwas erhöhen.

Beim dritten Bild wollte ich einen noch größeren Bildbereich scharf bekommen und schloss somit die Blende noch mehr. Der Wert betrug jetzt f11. Auch an dieser Stelle musste ich mit den ISO-Werte etwas nachregeln, da durch die kleinere Blende weniger Licht auf den Sensor traf.

Schärfentiefe über die Wahl des Objektivs regeln

Die Schärfentiefe können wir noch über zwei weitere Faktoren steuern. Benutzt ihr ein Objektiv mit einer kleinen Brennweite (z. B. 35 mm und niedriger) erzielt ihr eine wesentlich höhere Schärfentiefe als bei einem Teleobjektiv (z. B. 85 mm und aufwärts).

Schärfentiefe über den Motivabstand regeln

Des Weiteren kommt es darauf an, wie nah dran die Kamera am Motiv (und somit auch zum Motivhintergrund) ist. Mit wachsender Entfernung wächst der Anteil hinter dem fokussierten Objekt kontinuierlich an.

Na dann, schnappt euch eure Kamera und zerrt den nächstbesten Elch vor die Linse und spielt ein wenig mit der Schärfentiefe herum.

War dieser Artikel nützlich für euch? Freue mich über eure Kommentare.

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