Kamera selber bauen

Der Inhalt des neunten Adventskalendertürchen ist diesmal etwas größer.

Kamera selber bauen

Vor ein paar Tagen habe ich mich einfach mal vorweihnachtlich selbst beschenkt. In einem Buchladen bin ich zufällig bei einem Buch mit dem Titel „Kamera Baubuch“ hängen geblieben. Ohne großes Zögern habe ich das Ding eingepackt. Heute war es nun soweit. Der Wohnzimmertisch wurde freigeräumt und anschließend habe ich den Baukasten feierlich ausgepackt. Da lagen sie nun: viele schwarze Plastikteile und noch viel mehr kleine Schrauben. Das sollte jetzt also ein Nachbau der berühmten zweiäugigen Rollei-Kamera aus dem Jahre 1929 werden. In dem Baukasten befindet sich ein dickes Heft, in dem viel Wissenswertes zum Aufbau der Kamera und zur Geschichte der Firma Rollei steht.

Der Aufbau

Doch dann gings los. Der Anfang war noch leicht. Zunächst steckte ich die ersten Rollen und Zahnräder zusammen. Hier und da wurden auch ein paar Schrauben eingesetzt. Der Anleitungstext war ok, die Abbildungen jedoch ließen viel Raum zur Interpretation. Von Schritt zu Schritt wurde es immer komplexer. Auf einmal sollte ich Metallfedern einsetzen, während ich zeitgleich irgendein Plastikteil festhielt und mit meinem rechten Fuß (oder war es meine dritte Hand?) eine winzige Schraube in ein Loch führte. Parallel dazu schwang der linke Fuß schon ganz ungeduldig mit dem Schraubendreher durch die Gegend. Ob dieser wilden Anleitung wollte ich mich ein paar Mal am Kopf kratzen, ging aber nicht, weil meine Hände und Füße mit Schraubendrehern, Schrauben, widerspenstigen Federn und mit anderen Plastikteilen beschäftigt waren.

Aber es ging langsam voran. Irgendwie passte dann doch alles. Richtig stolz war ich, als ich das Herzstück der Kamera, den Verschluss, vollständig eingebaut hatte. Beim Einbau der Rückklappe habe ich dann noch die ein oder andere Schweißperle verloren. Diese Konstruktion war echt abenteuerlich.  Anschließend baut man den Lichtschacht zusammen, über den man einen Blick auf den Spiegel werfen kann, der das Motiv spiegelverkehrt anzeigt. Zu guter Letzt werden noch die zwei Objektivezahnräder auf die Kamera gesetzt und schon kann es losgehen.

Fazit

Die in der Anleitung genannten 60 Minuten Bauzeit habe ich mit 4 Stunden weit überschritten. Man braucht tatsächlich sehr viel Ruhe und Geduld. Aber es macht einen Riesenspaß. Anschließend versteht man sogar, wie diese zweiäugigen Kameras damals funktioniert haben. Und das Beste: Ihr könnt mit dieser Kamera sogar richtig fotografieren.
Ich werde in kommenden Tagen mal losziehen und schauen, was ich so für schöne Motive auf Film bannen kann. Eventuell schreibe ich zum Kamerabau bei Gelegenheit ein Tutorial.

Auf jeden Fall eine tolle Geschenkidee für Fotografen und alle anderen Fotoverrückten.

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